Es gibt Spiele, die man nicht einfach nur konsumiert, sondern die einen regelrecht einsaugen. Inmost, das atmosphärische Rätsel-Plattform-Abenteuer von Hidden Layer Games, ist genau so ein Titel. Ursprünglich für PC und Konsolen gefeiert, hat das Spiel nun seinen Weg auf die mobilen Endgeräte gefunden. Wir haben uns in die Dunkelheit gewagt und geprüft, ob der melancholische Zauber auch auf dem kleinen Bildschirm funktioniert.

Drei Schicksale, eine Dunkelheit
Inmost erzählt eine tiefgreifende, traurige und doch wunderschöne Geschichte, die drei spielbare Charaktere miteinander verknüpft: einen geheimnisvollen Abenteurer, einen ritterlichen Krieger und ein einsames junges Mädchen. Jeder Charakter bringt seine eigene Spielweise mit – von rasanten Kämpfen bis hin zu langsamen, bedrückenden Schleichpassagen.
Die Erzählweise ist meisterhaft. Ohne viele Worte schafft es das Spiel, eine dichte Atmosphäre von Verlust und Hoffnung zu weben. Dass die Geschichte auf dem Smartphone genauso gut funktioniert wie am großen Monitor, liegt vor allem an der grandiosen visuellen Präsentation.

Pixel-Perfektion im Westentaschenformat
Grafisch ist Inmost ein absolutes Highlight. Die detaillierte Pixel-Art nutzt eine reduzierte Farbpalette, die perfekt die düstere Grundstimmung einfängt. Auf den hochauflösenden Displays moderner Smartphones kommen die Lichteffekte und die feinen Animationen sogar noch besser zur Geltung als auf so manchem Fernseher. Es wirkt fast so, als würde man ein interaktives, düsteres Ölgemälde in der Hand halten.
Besonders hervorzuheben ist das Sounddesign. Wer Inmost am Handy spielt, sollte unbedingt Kopfhörer verwenden. Das Knarren alter Dielen, das ferne Heulen von Schattenkreaturen und der melancholische Soundtrack ziehen einen tief in die Welt hinein.

Die Steuerung: Überraschend präzise
Oft ist die Portierung von Plattformern auf Touchscreens ein wunder Punkt. Bei Inmost haben die Entwickler jedoch ganze Arbeit geleistet. Die Steuerung ist intuitiv und steht dem Spielerlebnis kaum im Weg. Da das Spiel ohnehin mehr auf Atmosphäre und Timing als auf extrem hektische Button-Kombinationen setzt, fühlt sich die Bedienung auf dem Glas sehr natürlich an. Für Puristen werden zudem gängige Bluetooth-Controller unterstützt, was das Smartphone in eine echte Mini-Konsole verwandelt.

Fazit: Ein Muss für Story-Fans
Inmost ist kein Spiel für zwischendurch in der hektischen U-Bahn. Es ist ein Spiel für einen verregneten Abend, eingekuschelt auf dem Sofa. Es ist kurz (ca. 3-5 Stunden), aber jede Minute ist intensiv und emotional fordernd.
Wer nach einem Spiel sucht, das beweist, dass Mobile Gaming mehr sein kann als bunte Puzzles, kommt an diesem düsteren Juwel nicht vorbei. Ein atmosphärischer Triumph, der auf dem Smartphone nichts von seiner emotionalen Wucht verliert.
Das Spiel Inmost ist für iOS (via Apple Arcade) und Android sowie für den PC über Steam erhältlich.
