The Occultist im Test: Ein atmosphärischer Trip in das Jenseits

The Occultist

Manchmal sind es die Titel, die man gar nicht unbedingt auf der Liste hatte, die einen am meisten überraschen. Als ich die Gelegenheit bekam, The Occultist auf der PlayStation 5 unter die Lupe zu nehmen, war ich im Nachhinein mehr als froh über diese Chance.

Ohne diesen Test wäre mir dieses kleine Juwel vermutlich komplett durch das Radar gerutscht – und das wäre bei dieser Qualität wirklich jammerschade gewesen.

Grafik und Atmosphäre auf Top-Niveau

Schon beim ersten Betreten der Spielwelt wird klar: Die Entwickler haben hier optisch ganze Arbeit geleistet. Die Grafik auf der PS5 ist gestochen scharf und fängt die düstere, beklemmende Stimmung perfekt ein.

Die Licht- und Schattenspiele sorgen für eine konstante Gänsehaut, die durch die hervorragenden Soundeffekte noch verstärkt wird. Jedes Knarren der Dielen und jedes ferne Flüstern wirkt so plastisch, dass man sich unwillkürlich über die Schulter sieht.

Storytelling und Gruselfaktor

Was The Occultist von vielen Genre-Kollegen abhebt, ist die gute Story. Man merkt schnell, dass hier viel Herzblut in das Weltenbau-Konzept geflossen ist. Die Erzählweise hält den Spielspaß über die gesamte Dauer hoch, da man unbedingt das nächste dunkle Geheimnis lüften möchte. Für den nötigen Adrenalinkick sorgen wohlplatzierte Jumpscares, die mich mehr als einmal vom Sofa aufspringen ließen.

Knifflige Rätsel für Okkult-Experten

Ein weiteres Highlight sind die guten Rätsel. Diese sind intelligent in die Umgebung eingebettet und nutzen die okkulten Fähigkeiten des Protagonisten auf kreative Weise. Sie fordern den Kopf, ohne jemals so frustrierend zu werden, dass der Spielfluss darunter leidet. Es ist diese Mischung aus Story-Fortschritt und motivierenden Denkaufgaben, die den Titel so rund macht.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Trotz der vielen Begeisterung gibt es ein paar Punkte, die den Gesamteindruck minimal trüben. Ein Kritikpunkt ist die allgemeine Spieldauer, die insgesamt nicht sehr lang ausfällt. Gerade wenn man so richtig in der Welt versunken ist, flimmert auch schon der Abspann über den Schirm.

Besonders der Endbosskampf wirkte im Vergleich zum restlichen Spielaufbau leider etwas zu kurz und hätte inszenatorisch noch eine Schippe vertragen können. Zudem gibt es abseits der Jumpscares phasenweise eher wenige subtile Schreckmomente, was den Horror-Druck in manchen Passagen etwas herausnimmt.

Fazit

The Occultist ist eine absolute Empfehlung für alle, die auf atmosphärische Horror-Abenteuer mit Tiefgang stehen. Die Kombination aus starker Technik, einer packenden Geschichte und cleveren Rätseln sorgt für ein tolles Gesamterlebnis. Auch wenn die Reise schneller vorbei ist als erhofft, war ich jede Minute davon bestens unterhalten. Ein Titel, den man definitiv nicht ignorieren sollte!