Cthulhu: The Cosmic Abyss entfaltet auf der PlayStation 5 eine beklemmende Intensität, die das Erbe von H.P. Lovecraft würdig antritt, auch wenn der Weg durch den Abgrund nicht ganz ohne Stolpersteine verläuft.
Ein audiovisueller Albtraum in Unreal Engine 5
Schon in den ersten Minuten unter dem Meeresspiegel wird klar: Die Atmosphäre ist der unangefochtene Star von Cthulhu: The Cosmic Abyss. Dank der Unreal Engine 5 wirken die korrumpierten Industrieanlagen am Boden des Pazifiks und die unmögliche Geometrie der versunkenen Stadt R’lyeh fast schon greifbar.
Die Beleuchtung setzt Akzente, die dich ständig daran zweifeln lassen, ob sich im Schatten wirklich etwas bewegt hat oder ob dein Verstand dir einen Streich spielt. Gepaart mit einem erstklassigen 3D-Audio, das jedes Knacken und ferne Grollen räumlich exakt platziert, erzeugt das Spiel eine Daueranspannung, die nur selten nachlässt.

Detektivarbeit mit haptischem Feedback
Spielerisch setzt der Titel auf eine gelungene Mischung aus Investigation und Survival-Elementen. Als Noah erkundest du mit deiner KI-Begleiterin Key die Umgebung, scannst Hinweise und kombinierst diese in einem motivierenden Mind-Map-System. Auf der PlayStation 5 sticht dabei besonders die Nutzung des DualSense-Controllers hervor.
Die adaptiven Trigger leisten beim Einsatz deines Schneidbrenners oder anderer Werkzeuge spürbaren Widerstand, und das haptische Feedback lässt dich das Vibrieren schwerer Maschinen oder das ferne Pochen des „Großen Alten“ direkt in den Händen spüren. Es sind diese Details, die das Eintauchen in die Spielwelt massiv verstärken.

Schattenseiten in der Tiefe
Trotz der hohen atmosphärischen Dichte gibt es Punkte, die den Spielspaß trüben. Die Steuerung fühlt sich in den weitläufigen Unterwasser-Passagen gelegentlich etwas schwammig an, was das präzise Manövrieren erschwert. Zudem leiden einige der komplexeren Rätsel unter vagen Hinweisen, die dich unnötig lange im Dunkeln tappen lassen.
Technisch ist das Spiel auf der PS5 zwar weitestgehend stabil, doch vereinzelte Grafik-Bugs und Textur-Pop-ins reißen dich kurzzeitig aus der Illusion. Auch das Speichersystem ist etwas eigenwillig; die Autosaves lösen teilweise in so großen Abständen aus, dass du bei einem Fehler mehr Fortschritt verlierst, als dir lieb ist.

Fazit: Ein packender Abstieg mit Ecken und Kanten
Wer über die gelegentliche spielerische Sperrigkeit und kleinere technische Mängel hinwegsehen kann, bekommt mit Cthulhu: The Cosmic Abyss eines der atmosphärischsten Lovecraft-Spiele der letzten Jahre. Der Fokus auf Ermittlungen und die exzellente Präsentation machen den Trip in den Pazifik-Abgrund zu einer lohnenswerten Erfahrung für Horror-Fans.
Das Spiel Cthulhu: The Cosmic Abyss ist erhältlich für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC über Steam.
