Entwicklerstudio Walking Tree Games schickt uns auf der PlayStation 5 auf eine zutiefst atmosphärische Reise, die die raue Schönheit der nordischen Natur mit einer berührenden, persönlichen Geschichte verknüpft.
Will: Follow the Light ist kein klassisches Abenteuer von der Stange, sondern ein narratives Kunstwerk, das die Einsamkeit des Meeres nutzt, um eine emotionale Geschichte über Hoffnung und Verlust zu erzählen. Wir haben den isländischen Sturm auf der PS5 durchgestanden und verraten euch, warum sich diese Reise trotz kleinerer Wellen absolut lohnt.

Visuelle Poesie und die Kraft der Stille
Das Erste, was bei Will: Follow the Light ins Auge sticht, ist die grandiose visuelle Präsentation. Das Spiel setzt auf einen stilisierten, fast malerischen Grafikstil, der die eisigen Landschaften, die stürmische See und die einsamen Leuchttürme perfekt einfängt. Auf der PlayStation 5 erstrahlt diese Welt in knackscharfem 4K und läuft mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde.
Die Lichteffekte sind hierbei das eigentliche Highlight: Wenn die Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke brechen oder der Strahl eines Leuchtturms die Dunkelheit schneidet, sorgt das für echtes Innehalten vor dem Bildschirm. Unterstützt wird diese visuelle Pracht von einer minimalistischen, aber perfekt platzierten Soundkulisse. Das Knarzen des Holzes, das Heulen des Windes und das Brechen der Wellen erzeugen eine greifbare, melancholische Einsamkeit.

Innovatives Gameplay: Wenn das Segeln zum Kern wird
Im Zentrum des Gameplays steht die Steuerung eures Segelboots. Und hier überrascht der Titel mit erstaunlich tiefgängigen Mechaniken. Das Segeln fühlt sich realistisch und physisch nachvollziehbar an – ihr müsst den Wind lesen, die Segel richtig ausrichten und gegen die Strömung ankämpfen. Es ist kein stumpfes „Stick nach vorne drücken“, sondern eine beruhigende, fast meditative Aufgabe, die eine wunderbare Brücke zur Einsamkeit des Protagonisten schlägt.
Sobald ihr an Land geht, wechselt das Spiel in eine klassischere First-Person-Erkundung. Hier gilt es, einsame Inseln zu erforschen, Tagebücher zu lesen und kleinere Rätsel zu lösen, um die emotionale Hintergrundgeschichte Stück für Stück zu entschlüsseln. Das Pacing ist dabei bewusst entschleunigt und gibt der Story genau den Raum, den sie braucht, um emotional zu wirken.

Wo die See rau wird: Die Kritikpunkte
Trotz der überwiegend fantastischen Erfahrung ist auch auf diesem Roadtrip über das Wasser nicht alles perfekt:
- Träge Fußwege: So dynamisch und packend sich das Segeln auf dem Wasser anfühlt, so schwerfällig wirkt die Bewegung zu Fuß. Die Erkundung der Inseln leidet ab und zu unter der sehr langsamen Laufgeschwindigkeit des Protagonisten. Wenn man sich einmal verlaufen hat, wird das Zurücklaufen schnell zur Geduldsprobe.
- Vorhersehbare Rätsel: Die Rätsel-Passagen an Land fügen sich zwar gut in die Geschichte ein, unterfordern Rätsel-Veteranen jedoch maßlos. Meistens läuft es auf das simple Finden von Schlüsseln oder das Betätigen von Schaltern in der richtigen Reihenfolge hinaus. Hier wäre etwas mehr kreativer Tiefgang wünschenswert gewesen.
- DualSense-Potenzial verschenkt: Auf der PS5 hätten wir uns eine bessere Einbindung der adaptiven Trigger und des haptischen Feedbacks gewünscht. Das Ziehen der Segelseile oder das Aufpeitschen der Wellen spürt man im Controller leider kaum – hier wurde eine Chance verpasst, die Immersion noch weiter zu steigern.

Fazit
Will: Follow the Light ist eine absolute Empfehlung für alle, die Spiele wie Firewatch, Dredge oder What Remains of Edith Finch geliebt haben. Walking Tree Games liefert eine wunderschöne, melancholische und spielerisch erfrischende Erfahrung ab. Wer über die etwas simplen Rätsel und die trägen Fußwege hinwegsehen kann, bekommt auf der PS5 eine packende narrative Reise geboten, die auch nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis bleibt. Ein echtes Indie-Highlight!
Das Spiel WILL: Follow The Light ist erhältlich für PC über Steam sowie für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
